Die Welt in Büchern


Ein Projekt des Kinderbuchfonds Baobab in Zusammenarbeit mit terre des hommes schweiz (2009–2011)

Für uns in Europa ist ein viefältiges Verlagswesen, und damit der Zugang zu Büchern, eine Selbstverständlichkeit. Wir können aus einer Vielzahl von Publikationen auswählen und nutzen Belletristik, Sach- und Fachbücher ganz nach unseren Interessen und Bedürfnissen.
In den meisten afrikanischen Ländern hingegen gibt es nach wie vor nur wenige lokale Verlage, und gerade die Bücher von einheimischen AutorInnen und KünstlerInnen werden selten verlegt. Die Bilderbücher des tansanischen Illustrators John Kilaka in der Reihe Baobab beispielsweise sind zwar in der Schweiz und in zahlreichen weiteren Ländern erschienen, es gibt jedoch keine Ausgabe in Kiswahili, die Bücher sind in Tansania bis heute nicht erhältlich.
Es fehlen vielfach Ausbildungsmöglichkeiten und die Mittel für Werbung, Vertrieb sowie die wichtige internationale Vernetzung. Die Vielsprachigkeit vieler Länder und die nicht selten problematische Rolle der Kolonialsprache erschweren die Bedingungen für die geschriebene Sprache zusätzlich und verlangen eine spezifische und aufwendige Vorgehensweise der Verlage.

Literatur stiftet Identität
Literatur ist eine der wichtigen Ausdrucksformen kultureller Identität welche die Werte und Wirklichkeiten einer Gesellschaft spiegelt und mitgestaltet. (Bildung des kollektives Gedächtnis, Reflexion von Regeln und Werten, Erneuerung und Wandel der Gesellschaft u.a.m.)
Fehlt die Literatur (geschriebene oder mündlich erzählte), entsteht ein gesellschaftlicher Mangel, der sich gerade auf die Entwicklung von jungen Menschen auswirkt – denn es fehlen zum Beispiel Identifikationsmöglichkeiten und der Rahmen für eine kritische Auseinandersetzung mit Tradition und Moderne.
Da Lesefertigkeit und damit auch die Fähigkeit zu erzählen und zuzuhören,  zudem eine Schlüsselkompetenz für Bildungs- und Berufschancen ist, hat der Mangel an Büchern und Literatur weitreichende Folgen für die Entwicklung einer gesamten Gesellschaft.

Baobab sichert literarische Traditionen
Deswegen setzt sich der Kinderbuchfonds Baobab für die Förderung des literarischen Schaffens in Asien, Afrika und Lateinamerika ein und pflegt die Zusammenarbeit mit lokalen Verlagspartnern und Leseförderern.
Die Förderung des Buches sehen wir in keiner Weise als Konkurrenz zur Tradition der mündlichen Überlieferung und der Kunst des «Story-Telling». Vielmehr wirkt der alltäglichere Umgang mit Büchern als Unterstützung der bestehenden – und vielerorts bedrohten – Kultur der mündlichen Erzähltraditionen.
Vor diesem Hintergrund haben wir zusammen mit unserer Trägerorganisation terre des hommes schweiz ein Pilotprojekt in Tansania lanciert, das wir von 2009–2011 umsetzen werden. Unter Mitarbeit des Illustrators John Kilaka und der Basisorganisation Nelico im Nordwesten Tansanias entwickeln wir ein Ausbildungsprogramm für Lehrkräfte, Jugend- und SozialarbeiterInnen. Das Ziel ist die Sensibilisierung für die Wichtigkeit der eigenen lokalen Erzähltradition und die Erarbeitung von Wissen, wie die geschriebene Sprache – im Besonderen in der Form von Büchern – identitätsstiftend auf eine ganze Gesellschaft wirkt.
Die Arbeit hat als Ziel, die lokale Tradition zu sichern (Geschichten werden aufgeschrieben, illustriert), neue literarische Formen zu fördern – und diese Aktivitäten parallel für die Leseförderung zu nutzen. Bei Interesse und Engagement der ProjektteilnehmerInnen unterstützen wir den Aufbau von lokalen Bibliotheken, deren Basis die im Projekt gesammelten Geschichten sind.
Bei erfolgreichem Verlauf werden wir die Erfahrungen und Materialien so aufarbeiten, dass das Projektmodul flexibel einsetzbar ist.

Originalwerke von John Kilaka

Der Kinderbuchfonds Baobab präsentierte im November 2009 in einer Ausstellung in Basel Originalwerke von John Kilaka (verschiedene Formate, Lackfarbe auf Leinwand). John Kilaka gehört zu den herausragenden Künstlern der Tingatinga-Tradition Tansanias. Neben farbenprächtigen Tiermotiven illustriert er traditionelle Motive in seinen Werken.
Gerne zeigen wir in Vertretung des Künstlers Interessentinnen und Interessenten eine Auswahl der Werke John Kilakas. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt für weitere Auskünfte und eine Terminvereinbarung auf:
Tel. 061 333 27 27

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John Kilaka
Wir danken dem Kanton Basel-Stadt und der Johanna Kahn-Stiftung für die Unterstützung dieses Projekts.

Projektbeschrieb als PDF (148 kb)