Lee, Tae-Jun (Text) / Kim, Dong-Seong (Ill.)
Wann kommt Mama?
Ein Bilderbuch aus Korea
Zweisprachig Deutsch – Koreanisch
Aus dem Koreanischen von Andreas Schirmer
Baobab Books, 2007
40 Seiten
ISBN 978-3-905804-23-2
vergriffen (Restexemplar auf Anfrage beim Verlag erhältlich)
ab 3 Jahren

Ohne Gefühl für Zeit wartet ein Kind an der Haltestelle der Strassenbahn und will wissen, wann seine Mama kommt. Die Strassenbahn kommt und geht, ein Schneesturm kommt auf, und das Kind steht da mit roter Nase und wartet. In asiatischer Bildtradition, aber mit eigener Handschrift hat der zeitgenössische Illustrator zu dieser Geschichte aus den 1930er-Jahren klare und ausdruckstarke Bilder voller Poesie geschaffen.

Hinweis: Die Schreibweise der koreanischen Autorennamen erfolgte für dieses Buch gemäß der koreanischen Tradition: Zuerst wird der Familienname genannt, dann der Vorname.

 

Auszeichnungen: «Buch des Jahres» 2004 (Korea); Beste 7 November 2007 (Deutschlandfunk); Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2008.

Der Autor

Lee Tae-Jun wurde 1904 in Korea geboren und starb 1956 in Nordkorea. Als er sein erstes Werk veröffentlichte, war er 21 Jahre alt. Bis zu seinem Tod schrieb er für Kinder wie für Erwachsene, seine gesammelten Werke umfassen viele Bände. Die Erzählung Wann kommt Mama? ist 1938 erstmals in einer koreanischen Zeitung erschienen.

Der Illustrator

Kim Dong-Seong wurde 1970 geboren. Er studierte Kunst an der Hong-ik Universität in Seoul, wo er heute mit seiner Familie lebt. Er illustrierte bereits zahlreiche Kinderbücher. Wann kommt Mama? wurde in Korea 2004 zum Buch des Jahres gekürt. Zu seiner Arbeit an diesem Buch sagt Kim Dong-Seong: »In den Illustrationen zu Wann kommt Mama? habe ich meinen tiefen Eindruck, den der Text von Tae Jun-Seon in mir hinterlassen hat, ausgedrückt. Der Text ist sehr kurz, aber es ist voller Emotionen, ganz besonders der offene Schluss der Geschichte. Ich wollte diese Offenheit auch in der Illustration ausdrücken und emotional nachvollziehbar machen. Deswegen habe ich mich entschieden, die wirkliche Welt des Kindes fast ohne Farbe zu zeichnen, seine Gedankenwelt hingegen in voller Farbe – und so kann der Betrachter selbst entscheiden, ob dass Eintreffen der Mutter zum Schluss in der Gedankenwelt oder in der Realität des Kindes stattfindet. Das wichtigste war für mich, die Sehnsucht des Kindes nach seiner Mutter auszudrücken. Meiner Meinung nach lassen gute Texte Lücken, die mit Bildern zu füllen sind.«

(Auszug aus einem Interview mit Kim Dong-Seong, erschienen in: List – Books from Korea, Special Edition 2011. Das Interview führte Eom Hye-suk.)

Originalausgabe: »Waiting for Mom« © 2004 Sonyunhangil Publishers, Seoul