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Steinkellner, Elisabeth

Esther und Salomon

Mit Fotos der Autorin und Zeichnungen von Michael Roher.
Tyrolia, 2021
336 Seiten
CHF 28.90/EUR 19,95
ISBN 978-3-7022-3917-6
E-Book: ISBN 978-3-7022-3923-7 CHF 19.00/EUR 16,99
Roman, ab 14 Jahren
Lesestufe 3
Flucht, Armut, Familie
Schauplatz: Europa – Europa

Esther und Salomon lernen sich in den Sommerferien kennen. Doch der Urlaubsflirt ist nicht ganz unbeschwert. Und das nicht nur, weil sie oft ihre kleinen Schwestern Flippa und Aisha im Schlepptau haben. Esthers Eltern streiten ständig und Salomons Familie hat unter anderem Geldsorgen. Nach zwei Wochen kehren die beiden zurück in ganz unterschiedliche Leben in verschiedenen Städten.

Als Leserin, Leser fährt man mit Salomon zurück in eine winzig kleine Wohnung. Nach und nach erzählt er von der Schule, von abgetragenen Kleidern und schliesslich von der Ermordung seines Vaters, von ihrer Flucht auf einem Transporter und übers Meer. Wie die Mutter von Aisha sich mit ihrem toten Kind ins Meer stürzte und Aisha so Teil von Salomons Familie wurde. Wie seine eigene Mutter kämpft, damit sie bleiben dürfen. Und wie sie genauso um eine Existenz, um eine neue Liebe kämpft. Eines Tages bleibt diese fragile Welt stehen, als Salomons Mutter von einem Auto angefahren und schwer verletzt wird.

Sprachlich reduziert und mit Esthers Polaroidfotos und Salomons Zeichnungen illustriert, ist der Roman schon in seiner Aufmachung ein kleines Kunstwerk. Das Buch ist dick und schwer, die Geschichte aber luftig und zart, allerdings mit ein paar brutalen Hieben aus der Realität. Elisabeth Steinkellner lässt Salomon und Esther sprechen, zeichnen, fotografieren, Briefe schreiben. Sie erzählt aus der Ich-Perspektive und wahrt doch respektvoll Abstand. So wirken die beiden Hauptfiguren nahbar, obschon sie vielleicht nicht alles erzählen. Die heimlichen Heldinnen? Flippa und Aisha, die kleinen Schwestern der beiden.