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Njunjul
McDonald Meme/Pryor;

Njunjul

Ein Roman aus Australien
Aus dem Englischen von Barbara Brennwald.
Baobab Books, Basel, 2014
142 Seiten
CHF 24.80/EUR 15,90
Roman, ab 13 Jahren
Sydney
Indigene Bevölkerung, kulturelle Identität, Rassismus, Erwachsenwerden

«Unser Haus ist weg. Abgerissen.» So beginnt dieses Jugendbuch aus Australien. Njunjul, der Ich-Erzähler, ein jugendlicher Aborigine, wohnt bei seiner Tante Milly, denn in der kleinen Wohnung seiner Mutter war nur Platz für die kleineren Geschwister. Njunjul will  fort aus dem Happy Valley, einem Tal im Norden von Queensland, wo er keine Zukunftsperspektive für sich sieht. Nach Happy Valley wurden die Aborigines von den Weissen gebracht, wenn sie irgendwo als «störend» empfunden wurden. Njunjul fährt nun ganz alleine zu seinem Onkel nach Sydney. Aber auch dort ist das Leben nicht einfach. Njunjul entdeckt die grosse fremde Stadt und macht neue Bekanntschaften. Immer wieder wird er mit Ausgrenzung konfrontiert. Doch ganz allmählich erkennt der Jugendliche, was in ihm steckt, und welche Möglichkeiten ihm das Leben und seine eigene Kultur bieten.
Äusserst lebendig und glaubwürdig erzählt Njunjul mit grosser Offenheit seine Geschichte. Er denkt nach über Gott und die Welt, reflektiert das eigene Leben. In diesem Jugendbuch geht es um das Erwachsenwerden, um die Entwicklung einer Identität, um die Fragen «Wo komme ich her? Wer bin ich? Wo gehöre ich hin?». Vor allem aber geht es darum, was es heisst, dunkelhäutig zu sein, und wie schwer es für einen jungen Aborigine ist, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Njunjul bleibt auch im heutigen Sydney ein Murri, ein Mitglied der indigenen Bevölkerung, einer Minderheit, die um ihre Rechte kämpfen muss.
Das Nachwort enthält nähere Angaben zu den Autoren und ihrer Motivation, diesen  Roman zu schreiben. Das Glossar und die Übersichtskarte im Anhang tragen zur Verständlichkeit dieses wichtigen und ausserdem sehr schön gestalteten Buches bei.