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Krieg
Teller Janne;

Krieg

Stell dir vor, er wäre hier
Carl Hanser Verlag, München, 2011
64 Seiten
CHF 10.90 / EUR 6,90
TB: Deutscher Taschenbuch Verlag, Reihe Hanser, 2013, ISBN 978-3-423-62557-9
Erzählung, ab 13 Jahren
Deutschland/ Ägypten
Krieg, Flucht, Rassismus

Janne Teller führt uns vor Augen, wie das Schicksal von Kriegsflüchtlingen aussieht, und zwar nicht, indem sie sich in afrikanische Flüchtlinge hineinversetzt, sondern, indem sie die Schauplätze vertauscht. Nicht dort ist Krieg, sondern hier in Europa. Die europäischen Staaten zerstreiten sich, die Demokratien werden aufgelöst, Glaubens- und Meinungsfreiheit gehören der Vergangenheit an. Angst, Schrecken und Verfolgung sind allgegenwärtig. Der vierzehnjährige Erzähler beschreibt, wie er und seine Familie versuchen nach Ägypten zu fliehen, in einem Flüchtlingslager dürftig unterkommen und auf Asylbescheid warten. Endlich können sie damit beginnen, eine Existenz im fremden Land aufzubauen, mit all den Schwierigkeiten, die dazugehören.
Der Text ist ein Konzentrat jener Fakten, die wir aus den Medien zu den Themen Asyl, Flucht und der damit einhergehenden Diskriminierung kennen. Durch die Umkehrung wird uns die Monstrosität des selbstverständlichen Rassismus, der die Debatte und den Umgang mit Asylsuchenden durchzieht, vorgeführt. Das lakonische „Nach Hause?“ fasst die Unsicherheiten unerfüllter Träume der Flüchtlinge zusammen.
Der Text rüttelt in seiner Unmittelbarkeit auf und appelliert an die Verantwortung jedes Einzelnen, die Vorurteile gegenüber Asylsuchenden zu hinterfragen.