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Yu, Pei-yun (Text) / Zhou, Jian-xin (Illustration)

Tsai Kun-lin – Was bleibt

Eine Graphic Novel aus Taiwan – Band 4

Übersetzt von Johannes Fiederling
© 2024 Baobab Books
168 Seiten, Klappenbroschur, 17,5 x 23,5 cm
CHF 28.00 / € [D] 26,00 / € [A] 26,80
ISBN 978-3-907277-26-3
Ab 14 Jahren
Erscheint am 12.8.2024


Im vierten und letzten Band der Graphic Novel schaut Tsai Kun-lin zurück auf ein langes und ereignisreiches Leben. «Ich war kein Held», meint er im Gespräch mit der Autorin Yu Pei-yun im Jahr 2018 nüchtern. Der Zeichner Zhou Jian-xin stellt genau diesen Moment an den Anfang des Buches, um danach in der Zeit zurückzureisen.
Nach dem Niedergang des Magazins »Prinz» muss sich Tsai Kun-lin in den 1970er-Jahren wieder aufrappeln. Er nimmt eine Stelle als Dozent in einem Ausbildungszentrums einer Großfirma an und zahlt seine Schulden ab, während die Familie in einer kleinen Mietwohnung haust.
Taiwan modernisiert sich zwar technologisch fortlaufend, aber es dauert ingesamt vierzig Jahre, bis das von Chiang Kai-shek 1949 ausgerufene und mit eiserner Faust umgesetzte Kriegsrecht 1987 endet. Mehrere Zehntausend Menschen werden in den vier Jahrzehnten der Diktatur verhaftet, gefoltert oder umgebracht. Tsai Kun-lin engagiert sich in den 1980er-Jahren in der taiwanischen Demokratiebewegung und beginnt, über seine Zeit als politischer Häftling zu sprechen. Die Aufarbeitung des »Weißen Terrors« dauert  in Taiwan bis heute an.
2018 wird auf der Insel Lü Dao in der ehemaligen Strafkolonie eine Gedenkstätte für die Opfer des Terrors eröffnet. Bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2023 führt Tsai Kun-lin Besucherinnen und Besucher durch die Stätte und erzählt von den Haftbedingungen und den Ungerechtigkeiten, die den Häftlingen widerfahren sind. Er erzählt, wie die Menschen sich selbst in den dunkelsten Momenten gegenseitig unterstützt und einander Mut zugesprochen haben.

TSAI Kun-lin

Die Graphic Novel «Tsai Kun-lin» umfasst vier Bände und fast ein Jahrhundert taiwanische Geschichte. Der erste Band erzählt von der Kindheit und Jugend Kun-lins, der zweite Band von den langen Jahren in Haft. Im dritten Band verfolgen wir den steinigen Weg zurück ins freie Leben und den Kampf für Demokratie und Selbstbestimmung. Tsai Kun-lin wurde Lektor und Verleger eines beliebten Comic-Magazins, setzte sich für die indigene Bevölkerung Taiwans ein. Im vierten und letzten Band erfahren wir von Taiwans Weg in die Demokratie und Tsai Kun-lins Engagement für die Aufarbeitung der Verbrechen in den langen Jahren des «Weissen Terrors» unter Chiang Kai-shek. Trotz all der Ungerechtigkeiten, die ihm widerfahren sind, hat sich Tsai Kun-lin seine Sanftmut und Aufrichtigkeit nie nehmen lassen.

Die Autorin

YU Pei-yun (*1967) studierte Fremdsprachen und Literatur an der National Taiwan University in Taipei und doktorierte an der Ochanomizu Universität in Japan.
Heute unterrichtet sie am Institut für Kinderliteratur der Taitung National University und beschäftigt sich als Kritikerin, Übersetzerin und Kuratorin auf vielfältige Weise mit Kinder- und Jugendliteratur. 2016 begegnete sie Tsai Kun-lin zum ersten Mal, und im Gespräch mit ihm formte sich die Idee, dessen Leben literarisch zu dokumentieren. Daraus ist die Graphic Novel «Tsai Kun-lin» entstanden, die mittlerweile in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit Preisen geehrt worden ist.

Der Illustrator

ZHOU Jian-xin (*1973) kam im Süden Taiwans zur Welt. Er studierte Druckgrafik an der Nationalen Kunsthochschule in Taipeh und arbeitete als Druckgrafiker und Lehrer, bevor er sich als Illustrator selbstständig machte. 2014 erhielt er für sein erstes Bilderbuch den Taiwan Golden Butterfly-Preis für Buchgestaltung, weitere große Preise für seine Textinterpretationen folgten. Mit Tsai Kun-lin hat er zum ersten Mal eine Graphic Novel gestaltet.

Originalausgabe: «Laizi Qingshui de haizi – huazuo qian feng» © 2020 Slowork Publishing, Taiwan

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Weitere Bände